12.01.2006

Sofürmichhin

Ging heute so für mich hin, die Wasserturmstraße geradeaus, mit Ziel Post. Man sollte täglich laufen oder so für sich hin gehen, wegen der Knochen und all dem anderen körperlichen Kram. Also gehe ich täglich so für mich hin und belohne mich meistens mit einer Tasse Milchkaffee und mit - das habe ich schon oft genug beschrieben - einem Croissant.
In zwei Stunden sollte ich in der Süddeutschen lesen - natürlich beim Rick - dass Dimiter Inkiow am 24. November gestorben ist. Er verewigte sich mit den Büchern "Meine Schwester Klara", die mir in der Schule wertvolle Hilfe geleistet hatten.
Wie ich so für mich hin lief, hielt plötzlich ein Auto. Weiß jemand nicht, wo es lang geht, dachte ich mir und schaute mir neugierig den Wageninhalt an. Dieses Mal war es Caro, die mich taximäßig mitnehmen wollte. Sie fahre auch zur Post, das würde doch passen. Eigentlich wollte ich laufen, konnte aber der bequemen Einladung nicht widerstehen. Die Taxigebühren arbeitete ich durch Pakettragen - nur ein leichtes Päckchen - ab.
Nach Erfüllung der Postaufgaben schlug ich den Weg zum Tabakladen ein. Er führt an der Grundschule und an der evangelischen Kirche vorbei.
Ein Baum neben der Kirche war mit grünen Papierblättern geschmückt. Unter ihm lagen Kuscheltiere und Blumen, standen Kerzen, Teelichter und Laternen. Stella war vor kurzem überfahren worden. Sie war acht Jahre alt. Sie fuhr mit ihrem Rad auf dem Bürgersteig. Die Fahrerin hatte sie, links abbiegend, übersehen. In dieser Woche wurde sie beerdigt. Die Polizei versucht herauszufinden, ob ihr Fahrrad ordnungsgemäß beleuchtet war!