3.17.2007

Literarischer Salon

Gestern erzählte Frau Landesberger im Rahmen eines sogenannten Literarischen Salons im Schlosspavillon in Ismaning über Erika_Mann und Therese_Giehse.
Beide Frauen waren in der Zeit, als sie die Pfeffermühle in München betrieben ein Paar. "Die Giehse" spielte gleichzeitig an den Kammerspielen und in dem Kabarett, das sich Wand an Wand zum Hofbräuhaus befand. Es kam oft vor, dass sie an ein und demselben Abend in den Kammerspielen auftrat und in der Pfeffermühle, aber nicht hintereinander sondern wirklich nebeneinander.
Hitler soll von der Giehse total begeistert gewesen sein. Als man ihn darauf hingewesen hatte, dass sie Jüdin sei, soll er gesagt haben, dass er bestimme, wer jüdisch sei. Trotzdem mussten die Manns und auch die Giehse in die Schweiz fliehen. Da man ihnen dort ihre Pässe abgenommen hatte, organisierte ihr Bruder Klaus für Erika einen englischen Mann, den sie heiratete um einen Pass zu bekommen. Auch Therese Giehse bekam einen englischen Mann und einen Pass. Trotz dieser quasi geschäftlichen Verbindung soll Erika Mann eine lebenslange Freundschaft mit diesem Herrn gepflegt haben.
"Ich war dick, rothaarig und hatte Jesus umgebracht," sagte Frau Giehse in Erinnerung an ihre Schulzeit. Ihre Eltern waren vermögend, aber die Zeiten waren schlecht. Als sie ihnen ihren Wunsch mitteilte, Schauspielerin werden zu wollen, sagten sie zur ihr: "Du bist nicht schön. Was willst du in diesem Beruf?"
Früher glaubte man, dass Schönheit in diesem Beruf wichtiger sei als Können. Das hat sich geändert; ein wenig jedenfalls.

2 Comments:

Anonymous 500beine said...

..ich war dick, rothaarig und hatte jesus umgebracht..

wenn das kein toller beginn ist für ne geschichte.

9:36 vorm.  
Blogger kaltmamsell said...

Der Mann, der Erika als Ehemann an die Seite sprang, war übrigens W.H. Auden...

7:50 nachm.  

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